Vicinanza – Nähe

Nähe ist ein Grundbedürfnis. Sie macht uns sicher, sie lässt uns wachsen. Ohne Nähe verkümmern wir.

Das hat der britische Psychoanalytiker John Bowlby schon in den 1960er Jahren gezeigt. In seiner Bindungstheorie beschreibt er: Babys suchen instinktiv die Nähe ihrer Bezugspersonen. Diese Nähe gibt ihnen Sicherheit – und genau dadurch entsteht die Basis, die Welt zu erkunden. Ohne Nähe gibt es keine Entwicklung, kein Vertrauen.

Die Psychologin Mary Ainsworth hat das später mit ihrem berühmten „Fremde-Situations-Test“ bestätigt: Kinder mit einer sicheren Bindung, also mit verlässlicher Nähe, zeigen Neugier, erkunden ihre Umgebung und finden schneller Trost, wenn sie Angst haben.

Das gilt nicht nur für Kinder. Auch Erwachsene brauchen Nähe, um sich verbunden zu fühlen. Studien zeigen: Nähe senkt Stress, stärkt unser Immunsystem und macht uns widerstandsfähiger gegen Krisen.

So verstanden, ist Nähe nicht nur ein schönes Gefühl. Sie ist ein Fundament. Nähe bedeutet: da ist jemand, auf den ich zählen kann. Und das gibt uns die Kraft, wir selbst zu sein.“


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